Internetsucht in verschiedenen Lebensphasen
Probleme mit der Internetnutzung zeigen sich in allen untersuchten Altersgruppen, am häufigsten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Nach der DAK-Studie 2025 nutzten 6,6 Prozent der 10- bis 17-Jährigen soziale Medien pathologisch, in der Studie PINTA galt rund 1 Prozent der 14- bis 64-Jährigen als wahrscheinlich internetabhängig.

Ob jemand die Kontrolle über Spiele, soziale Medien oder Videos verliert, hängt nicht am Alter allein. Die Lebensphase prägt aber, welche Anwendungen im Vordergrund stehen, wer ein Problem bemerkt und welche Hilfe passt. Bei Kindern achten vor allem die Eltern auf die Nutzung, Erwachsene müssen Arbeit am Rechner und private Nutzung selbst auseinanderhalten. In diesem Bereich findest du für jede Lebensphase eine eigene Seite.
Was die Zahlen nach Alter zeigen
Am häufigsten sind Probleme bei jungen Menschen. In der Studie PINTA galten rund 1 Prozent der 14- bis 64-Jährigen als wahrscheinlich internetabhängig, bei den 14- bis 24-Jährigen 2,4 Prozent und bei den 14- bis 16-Jährigen 4,0 Prozent [1]. Die DAK-Längsschnittstudie fand im Herbst 2025 bei 6,6 Prozent der 10- bis 17-Jährigen eine pathologische Nutzung sozialer Medien. Unter den 14- bis 17-Jährigen waren es 10,2 Prozent, unter den 10- bis 13-Jährigen 2,7 Prozent [2]. Von einer Computerspielstörung waren Jungen fast dreimal so oft betroffen wie Mädchen [2]. Auch nach der Jugend bleibt das Thema: In einer Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hatten 2019 4,1 Prozent der 18- bis 25-Jährigen eine computerspiel- oder internetbezogene Störung, bei jungen Frauen 5,1 Prozent [8]. Mehr Zahlen und ihre Grenzen stehen unter Wie verbreitet ist Internetsucht?.
Die Seiten in diesem Bereich
- Internetsucht bei Kindern und Jugendlichen: Zahlen nach Alter und Geschlecht, Warnsignale und was Eltern tun können.
- Medienregeln in der Familie vereinbaren: wie Familien Zeiten und Inhalte gemeinsam festlegen.
- Internetsucht bei Erwachsenen: Formen von Gaming bis Shopping, Folgen für Beruf und Partnerschaft und Wege zu Hilfe.
Für Familien gibt die Leitlinie zur Vorbeugung eines dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend Orientierung. Sie rät unter anderem zu medienfreien Zeiten, zu Mahlzeiten ohne Bildschirm und dazu, Nutzungszeiten gemeinsam und nach Alter festzulegen [3]. Wer sich um einen Partner, ein Kind oder einen Freund sorgt, findet Rat unter Hilfe für Angehörige.
Hilfe in jedem Alter
Die Anlaufstellen unterscheiden sich nach Alter. Kinder und Jugendliche erreichen die Nummer gegen Kummer unter 116 111 von Montag bis Samstag zwischen 14 und 20 Uhr, kostenlos und ohne Namen. Eltern hilft das Elterntelefon unter 0800 111 0 550 [4]. Für alle Altersgruppen ist die Sucht & Drogen Hotline täglich von 8 bis 24 Uhr unter 01806 313031 erreichbar, ein Anruf kostet 0,20 Euro [5]. Wer lieber schreibt, findet bei der Plattform DigiSucht eine kostenlose Beratung, je nach Beratungsstelle per Nachricht, Chat oder Video. Sie deckt auch Medienkonsum ab und erlaubt eine anonyme Anmeldung [9]. Eine Übersicht mit Online-Beratung und Adressen vor Ort steht unter Beratungsstellen und Hilfetelefone.

Einschätzen lässt sich die eigene Nutzung mit dem Mediensucht-Test auf check-dich-selbst.de, für Jugendliche mit dem Medienkonsum-Check. Ein Test ersetzt das Gespräch mit einer Fachkraft nicht.
- Studie Rumpf, H.-J.; Meyer, C.; Kreuzer, A.; John, U.: Prävalenz der Internetabhängigkeit (PINTA), Kurzbericht. Bundesministerium für Gesundheit, Universität Lübeck. Stand Projektende 14.02.2011. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Wiedemann, H.; Busch, K.; Schlichter, N.; Gebhardt, L.; Paschke, K.: Problematische Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisbericht 2025/2026 (Studie OTTER, achte Erhebungswelle). DAK-Gesundheit, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Stand korrigierte Fassung vom 08.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Leitlinie zur Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend (zur S2k-Leitlinie, AWMF-Register 027-075). Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Ins Netz gehen. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Nummer gegen Kummer: Kinder- und Jugendtelefon und Elterntelefon. Nummer gegen Kummer e. V.. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Sucht & Drogen Hotline. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation TelefonSeelsorge Deutschland. TelefonSeelsorge. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation 116117: Der Patientenservice. Kassenärztliche Bundesvereinigung, 116117. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2019: Zentrale Ergebnisse zu Computerspielen und Internet (Info-Blatt). Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Stand 15.12.2020. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation DigiSucht: Digitale Suchtberatung. DigiSucht. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
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