Hilfe bei Internetsucht

Hilfe bei Internetsucht: wo du anfangen kannst

Hilfe bei Internetsucht gibt es auf mehreren Stufen: eigene Regeln im Alltag, kostenlose Suchtberatungsstellen, Online-Beratung und Psychotherapie. Für eine Psychotherapie brauchst du keine Überweisung. Rund um die Uhr erreichst du die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111.

Ein heller Beratungsraum mit zwei Sesseln, einem runden Holztisch mit zwei Teetassen und Pflanzen am Fenster
Bild: KI-generiert

Wenn Spiele, soziale Netzwerke, Videos oder das Smartphone den Tag bestimmen und Schlaf, Arbeit oder Freundschaften darunter leiden, gibt es mehrere Wege, etwas zu ändern. Manche fangen mit einer kleinen Regel im Alltag an, andere rufen gleich bei einer Beratungsstelle an. Beides lässt sich verbinden, und für keinen dieser Schritte musst du sicher wissen, ob es schon eine Sucht ist. Ob du selbst betroffen bist oder dir Sorgen um jemanden machst, hier findest du den passenden Einstieg.

Wege aus der Dauernutzung

Welcher Schritt zuerst passt, hängt davon ab, wie stark der Alltag schon leidet und ob du allein anfangen möchtest.

Wer erst einmal einschätzen möchte, wie die eigene Nutzung aussieht, kann den Mediensucht-Test auf check-dich-selbst.de machen. Ein Test ersetzt aber kein Gespräch mit einer Fachkraft.

Sofort jemanden erreichen

Die Sucht & Drogen Hotline ist täglich von 8 bis 24 Uhr unter 01806 313031 erreichbar, ein Anruf kostet 0,20 Euro aus dem Festnetz und aus dem Mobilfunknetz [1]. Die TelefonSeelsorge erreichst du Tag und Nacht kostenfrei und anonym unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 [2]. Kinder und Jugendliche können von Montag bis Samstag zwischen 14 und 20 Uhr die Nummer gegen Kummer unter 116 111 anrufen [3]. Für Eltern gibt es das Elterntelefon unter 0800 111 0 550, anonym und kostenlos [4].

Eine Frau in den Vierzigern sitzt abends auf einem Sofa am Fenster und telefoniert bei warmem Lampenlicht
Bild: KI-generiert

Was Beratung und Therapie kosten

Suchtberatungsstellen beraten zu problematischer Computerspiel- und Internetnutzung kostenlos und auf Wunsch anonym. Sie beraten auch Angehörige und vermitteln weitere Hilfe [5]. Wer lieber schreibt, findet bei DigiSucht eine kostenfreie Online-Beratung, die auch das Thema Medien abdeckt [6]. Für eine Psychotherapie brauchst du keine Überweisung. Am Anfang steht eine psychotherapeutische Sprechstunde, und die 116117 hilft bei der Suche nach einem Termin [7].

Spezialisierte Stellen werden stärker gefragt. Die Caritas in Berlin zählte in ihren Projekten zu Internetnutzungsstörungen, also Gaming, Streaming, sozialen Medien, Pornografie und Online-Shopping, innerhalb von fünf Jahren 44 Prozent mehr Ratsuchende. Ihr Angebot richtet sich auch an Menschen, die noch unsicher sind, ob ihr Verhalten ein Problem ist [10].

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Computerspielstörung (Gaming Disorder) in die ICD-11 aufgenommen. Gemeint ist ein Spielverhalten, bei dem die Kontrolle verloren geht, das Spielen Vorrang vor anderen Tätigkeiten bekommt und trotz negativer Folgen weitergeht. In der Regel muss das mindestens zwölf Monate lang erkennbar sein [8]. Was das für andere Formen der Internetnutzung heißt, erklärt die Seite Diagnose: wann Internetnutzung als Krankheit gilt.

  1. Organisation Sucht & Drogen Hotline. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation TelefonSeelsorge Deutschland. TelefonSeelsorge. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Nummer gegen Kummer: Kinder- und Jugendtelefon. Nummer gegen Kummer e. V.. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Elterntelefon. Nummer gegen Kummer e. V.. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Behörde Weitere Beratungsmöglichkeiten für Eltern, Lehr- und Fachkräfte. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Ins Netz gehen. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation DigiSucht: Digitale Suchtberatung. DigiSucht. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Psychotherapie. Kassenärztliche Bundesvereinigung, 116117. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  8. Behörde Addictive behaviours: Gaming disorder (Questions and answers). Weltgesundheitsorganisation (WHO). Stand 22.10.2020. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation 116117: Der Patientenservice. Kassenärztliche Bundesvereinigung, 116117. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  10. Behörde Neue Süchte auf dem Vormarsch: Senat unterstützt Caritas-Zentrum für Verhaltenssucht. Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege Berlin. Stand 26.06.2024. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.