🆘 Hilfe bei Suchtproblemen:Sucht & Drogen Hotline: 0800 200 800 8(kostenlos & anonym)

Beratungsstellen & Hilfsangebote

Professionelle Unterstützung finden – kostenlos und vertraulich

Du bist nicht allein. In Deutschland gibt es zahlreiche Anlaufstellen, die bei Internetsucht helfen können. Die Beratung ist in der Regel kostenlos und vertraulich. Der erste Kontakt ist oft der schwierigste Schritt – aber auch der wichtigste. Hier findest du einen umfassenden Überblick über alle Hilfsangebote, von telefonischen Hotlines über Online-Beratung bis hin zu spezialisierten Kliniken.

🆘 Telefonische Soforthilfe

Manchmal braucht man sofort jemanden zum Reden. Diese Hotlines sind rund um die Uhr oder zu festen Zeiten erreichbar und bieten professionelle Unterstützung:

Sucht & Drogen Hotline

0800 200 800 8 – Kostenlos, anonym, 24 Stunden erreichbar. Diese Hotline ist die erste Anlaufstelle für alle Fragen rund um Suchtprobleme. Die geschulten Berater helfen sowohl Betroffenen als auch Angehörigen und können an regionale Hilfsangebote weitervermitteln.

Telefonseelsorge

0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 – Kostenlos, anonym, 24 Stunden. Die Telefonseelsorge ist für alle Menschen in Krisen da, auch bei psychischen Belastungen, die mit Internetsucht einhergehen können. Die Berater hören zu, ohne zu urteilen.

Nummer gegen Kummer

Für Kinder und Jugendliche: 0800 111 0 333 (Mo-Sa 14-20 Uhr). Speziell für junge Menschen, die sich Sorgen machen oder Probleme haben – auch bezüglich ihrer Internetnutzung. Für Eltern: 0800 111 0 550 (Mo-Fr 9-17 Uhr, Di+Do bis 19 Uhr). Eltern können hier Rat bekommen, wenn sie sich um das Medienverhalten ihrer Kinder sorgen.

🖥️ Online-Beratung

Wenn du lieber schreibst als telefonierst, bieten viele Stellen auch Online-Beratung per Chat oder E-Mail an. Diese Form der Beratung hat den Vorteil, dass du dir Zeit nehmen kannst, deine Gedanken zu formulieren, und die Antworten später noch einmal nachlesen kannst.

Caritas Online-Beratung

Die Caritas bietet eine umfassende Online-Beratung für verschiedene Lebenssituationen, darunter auch Suchtprobleme. Du kannst anonym und kostenlos per E-Mail, Chat oder Video beraten werden. Die Berater sind ausgebildete Fachkräfte mit Erfahrung im Suchtbereich.

Diakonie Online-Beratung

Ähnlich wie die Caritas bietet auch die Diakonie vertrauliche Online-Beratung an. Die evangelische Beratungsstelle ist für Menschen aller Konfessionen und ohne Religionszugehörigkeit offen.

Lost in Space Berlin

Eine spezialisierte Beratungsstelle für Mediensucht, die auch bundesweit Online-Beratung anbietet. Lost in Space hat langjährige Erfahrung speziell mit Computerspiel- und Internetsucht und kennt die besonderen Herausforderungen dieser Abhängigkeit.

Ins Netz gehen (BZgA)

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet unter „Ins Netz gehen" speziell für Jugendliche Informationen und einen interaktiven Selbsttest. Auch eine Beratung per E-Mail ist möglich.

🏥 Spezialisierte Einrichtungen

Ambulante Beratungsstellen

In jeder größeren Stadt gibt es Suchtberatungsstellen, die kostenlose Gespräche anbieten. Diese Einrichtungen können die Situation einschätzen, erste Hilfestellung geben und bei Bedarf an weitere Angebote wie Therapie oder Kliniken vermitteln. Die Beratung ist vertraulich – auch gegenüber Arbeitgeber oder Schule.

Um eine Beratungsstelle in deiner Nähe zu finden, kannst du folgende Ressourcen nutzen: Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) bietet eine bundesweite Beratungsstellensuche. Der Fachverband Medienabhängigkeit listet spezialisierte Einrichtungen auf. Auch die lokalen Gesundheitsämter können Auskunft über Beratungsangebote geben.

Stationäre Behandlung

Bei schwerer Internetsucht kann eine stationäre Therapie in einer spezialisierten Klinik sinnvoll sein. Der Aufenthalt dauert typischerweise sechs bis zwölf Wochen und bietet intensive Betreuung, strukturierten Tagesablauf und Distanz zum gewohnten Umfeld.

Spezialisierte Kliniken mit Programmen für Internetsucht sind unter anderem:

  • Medienambulanz am UKE Hamburg: Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf betreibt eine spezialisierte Ambulanz für Internet- und Computerspielsucht mit ambulanten und teilstationären Angeboten.
  • AHG Kliniken: Die AHG (Allgemeine Hospitalgesellschaft) betreibt mehrere Kliniken in Deutschland mit spezialisierten Programmen für Verhaltensabhängigkeiten, darunter Internetsucht.
  • Schön Kliniken: Mehrere Standorte bieten spezialisierte Behandlung von Mediensucht, oft im Rahmen von Programmen für Verhaltensabhängigkeiten oder psychosomatische Erkrankungen.
  • LWL-Kliniken: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe betreibt psychiatrische Kliniken mit Angeboten für Mediensucht, besonders für Kinder und Jugendliche.

👥 Selbsthilfegruppen

Der Austausch mit anderen Betroffenen kann enorm hilfreich sein. In Selbsthilfegruppen triffst du Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Das reduziert Scham, gibt praktische Tipps und zeigt: Du bist nicht allein.

ITAA (Internet and Technology Addicts Anonymous)

Nach dem Vorbild der Anonymen Alkoholiker bietet ITAA ein 12-Schritte-Programm für Menschen mit problematischer Technologie- und Internetnutzung. Es gibt Online-Meetings, an denen du von überall teilnehmen kannst.

Lokale Selbsthilfegruppen

Über NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen) kannst du lokale Gruppen in deiner Nähe finden. Auch viele Suchtberatungsstellen bieten Selbsthilfegruppen an oder können Kontakt vermitteln.

🧑‍⚕️ Therapeutensuche

Wenn du einen Therapeuten für ambulante Psychotherapie suchst, gibt es verschiedene Wege:

  • Kassenärztliche Vereinigung: Die KV bietet eine Therapeutensuche für deine Region an.
  • Terminservicestelle: Unter der Nummer 116 117 kannst du Termine bei Therapeuten vermitteln lassen.
  • Hausarzt: Dein Hausarzt kann überweisen und kennt oft lokale Therapeuten.

Wichtig: Die Wartezeiten auf einen Therapieplatz können mehrere Monate betragen. Nutze die Zwischenzeit für Beratungsangebote und Selbsthilfe-Maßnahmen.

Was erwartet mich bei der Beratung?

Viele Menschen haben Angst vor dem ersten Kontakt mit einer Beratungsstelle. Diese Sorgen sind verständlich, aber unbegründet. Hier ist, was dich typischerweise erwartet:

  • Vertraulichkeit: Alles, was du erzählst, unterliegt der Schweigepflicht. Nichts wird ohne deine Zustimmung weitergegeben.
  • Keine Vorwürfe: Berater sind geschult, ohne zu urteilen zuzuhören. Sie verstehen, dass Sucht eine Erkrankung ist.
  • Kein Zwang: Du entscheidest selbst, ob und wie es weitergeht. Niemand zwingt dich zu einer Therapie.
  • Kostenlos: Die Beratung bei gemeinnützigen Stellen ist kostenlos.
  • Anonym möglich: Bei vielen Angeboten musst du deinen echten Namen nicht nennen.

Der erste Schritt

Greif zum Telefon oder schreibe eine E-Mail. Du hast nichts zu verlieren – aber viel zu gewinnen.

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